PDV 2020. Wir sind auf einem guten Weg

PDV-Geschäftsführer Dirk NerlingPDV NEWS-Interview im Konferenzraum der PDV-Systeme in der Erfurter Haarbergstraße.

Die Erwartungen sind groß: vonseiten der Kunden, Partner, Mitarbeiter und Gesellschafter. An ihn, den nunmehr alleinigen PDV-Geschäftsführer Dirk Nerling. Er kennt das Unternehmen von der Pieke auf. Die Strategie, die er dem Thüringer Softwarehersteller als Handlungsrahmen für die kommenden vier Jahre vorgibt, zeugt von Kontinuität. Nerling verkündet die Fortsetzung des Wachstumskurses im Public Sector.

PDV NEWS: Herr Nerling, was verbirgt sich hinter der Strategie PDV 2020?

Dirk Nerling: Mit unserer Strategie blicken wir bis ins Jahr 2020 und darüber hinaus. Ganz klar: Wir setzen auf Wachstum und wollen der Marktführer für E-Akte-Lösungen im deutschen Public Sector werden. Damit bleiben wir unserem Slogan „Be ahead in solutions.“ treu und präzisieren mit dem genannten anspruchsvollen Ziel den Handlungsrahmen. Mit der Unternehmensstrategie ein Ziel zu formulieren, das man nicht aus den Augen verliert, ist sehr wichtig. Und zwar gerade für Phasen, die schwieriger verlaufen. Gegenwärtig befinden wir uns auf einem guten Weg. In bewährter Weise setzen wir darauf, Trends rechtzeitig zu erkennen und die notwendigen Maßnahmen abzuleiten, um das bestehende Geschäft zu verbessern und neue profitable Geschäftsfelder zu erschließen.

PDV NEWS: Wie wollen Sie das formulierte Ziel erreichen?

Dirk Nerling: Wir haben fünf Schwerpunkte zur Entwicklung des Unternehmens herausgearbeitet, die jeweils mit konkreten Maßnahmen untersetzt wurden. Wir werden unsere Produktlinie VIS-Suite weiterentwickeln, die Branchenkompetenz ausbauen, den Dialog mit Kunden und Partnern intensivieren, die Attraktivität als Arbeitgeber erhöhen und - ganz wichtig - die Innovationskraft des Unternehmens stärken.

PDV NEWS: Die Innovationskraft stärken? Ihr Unternehmen entwickelt seit mehr als 20 Jahren Software für die digitale Verwaltung und gilt als innovativ.

Dirk Nerling: Es stimmt schon. Wir haben uns eine komfortable Ausgangssituation erarbeitet: Dass wir heute bereits zu den renommiertesten E-Akte-Anbietern zählen, wurde vor Kurzem durch den Platin-Award eindrucksvoll bestätigt, den uns die Leser einer renommierten Fachzeitschrift für unsere E-Akte-Lösung verliehen haben. Unsere Produktfamilie „VIS-Suite“ hält die Module gemäß dem Organisationskonzept E-Verwaltung, insbesondere zur elektronischen Schriftgutverwaltung, Vorgangsbearbeitung und Zusammenarbeit bereit. Wir arbeiten an kompletten Branchenlösungen für die öffentliche Verwaltung und bieten unseren Kunden ein attraktives Service-Portfolio an. Aber mit Stillstand kann man die Position mittelfristig nicht halten, und man kann schon gar nicht wachsen. Unsere Welt verändert sich gegenwärtig schneller und radikaler als je zuvor. Die Wertschöpfung wird sich im Zuge der digitalen Transformation in den kommenden Jahren vom Softwareentwickler in Richtung Service-Anbieter verschieben. Wir wissen noch nicht, in welchem Umfang dies geschehen wird, aber der Trend ist klar. Der Digitalisierungsdruck in der gesamten Gesellschaft erfordert ein zunehmend schnelleres Reagieren auf Marktveränderungen. Das verlangt auch von der Belegschaft eine hohe Veränderungsbereitschaft. Wir waren auch in der Vergangenheit immer gut beraten, technologische Trends frühzeitig zu erkennen. Unsere Produktstrategie werden wir weiterhin in erster Linie an den Kundenanforderungen ausrichten. Die enge Verbindung zu unseren Kunden ist und bleibt der Garant unseres Erfolges.

PDV NEWS: Was bedeutet die Strategie für die Produktlinie VIS-Suite?

Dirk Nerling: Auf die Weiterentwicklung der VIS-Suite und ihres Herzstücks, der VIS-Akte, werden wir in den nächsten Jahren weiterhin unsere Aufmerksamkeit richten. Die Einführung der E-Akte nimmt gegenwärtig auf allen Verwaltungsebenen richtig Fahrt auf. Das ist auch wichtig, denn ohne diesen Schritt kann die Digitalisierung der Verwaltung und der Justiz nicht gelingen. An die elektronische Akte werden immer höhere Anforderungen gestellt. Sie ist viel mehr als ein digitales Abbild der guten alten Papierverwaltungsakte. Papierdokumente sind rechtssicher einzuscannen, Anbindungen an Fachverfahren, Langzeitspeicherung und elektronisches Archiv sind gefragt. Auch Werkzeuge zur Zusammenarbeit sowie Recherchen und elektronische Signatur sind aus der Akte heraus zu ermöglichen. IT-Sicherheit und Datenschutz müssen gewährleistet werden. Und bei allen Anforderungen ist eine ergonomische, einfache Handhabung der Akte zu gewährleisten. Wir werden dafür sorgen, dass unsere Kunden mit der VIS-Suite das beste Produkt zur elektronischen Aktenführung und Schriftgutverwaltung besitzen, das es auf dem deutschen Markt gibt. Gleichzeitig soll das Produktportfolio bei den Branchenlösungen erweitert werden. Wir wollen sicherstellen, dass unsere Kunden die gesetzlich festgeschriebenen E-Government- und E-Justice-Ziele erreichen. Dazu gehört auch, dass wir sie in der Einführungsphase der Software umfassend unterstützen und auch während des Betriebs einen guten Service bieten.

In den E-Government-Gesetzen des Bundes und den bisherigen sechs Landes-Gesetzen sind verbindliche Fristen zur Einführung der E-Akte festgeschrieben. Die Bundesverwaltung hat sich den 1. Januar 2020 als Ziel gesetzt, die Berliner Verwaltung gibt sich bis 2023 Zeit. Ist ein solcher Zeitraum realistisch? Der Zeitdruck ist unbedingt gerechtfertigt. Der Digitalisierungsprozess muss schnell vorangetrieben werden, um den Anforderungen an eine moderne Verwaltung und Justiz gerecht zu werden. Die Einführung der E-Akte innerhalb von Verwaltung und Justiz stellt eine Grundvoraussetzung für E-Government und E-Justice dar. Die elektronische Kommunikation der Bürger und Unternehmen mit Justiz und Verwaltung kann nur ihre Potenziale entfalten, wenn Verwaltung und Justiz auch im Innern möglichst medienbruchfrei elektronisch arbeiten. Wir konnten in den vergangenen Jahren zahlreiche Einführungsprojekte als Dienstleister begleiten und haben wertvolle Erfahrungen gesammelt. Mit einem solchen Erfahrungshintergrund ist es möglich, innerhalb der vorgegebenen gesetzlichen Zeiträume eine solche Digitalisierung der Verwaltungsarbeit erfolgreich umzusetzen. Natürlich ist das nicht einfach. Aber unsere Mitarbeiter agieren flexibel und kundennah. Unsere Beratungs-, Einführungs- und Schulungsunterstützung sowie die Support-Dienstleistungen werden sehr geschätzt. Wird der Rollout gemeinsam mit den Kunden effizient organisiert und damit die Geschäftsprozesse Schritt für Schritt durchgängig digitalisiert, werden sich auch die angestrebten Effekte schneller einstellen. 10 Prozent Rollout bringen für eine Struktureinheit noch keine sichtbaren Erfolge. Vielleicht sogar Mehraufwand. Aber ab 70, 80 Prozent Umsetzung der elektronischen Aktenführung und Schriftgutverwaltung beginnen sich Transparenz & Beschleunigung der Prozesse, Revisionssicherheit, Verbesserung der Auskunftsfähigkeit und die Einsparung von Ressourcen einzustellen.

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