Workflow made in Erfurt

Wolfgang Schulz, Geschäftsführer PDV-Systeme

Initiativen der Bundesregierung wie „Bund online 2005“ definieren die Ziele der modernen Verwaltung: Größere Bürgernähe, höhere Effizienz und mehr Transparenz. Um diese Anforderungen zu erfüllen, sind Modernisierungsprozesse unverzichtbar, die die Arbeitsabläufe in den Verwaltungsdienststellen besser koordinieren, beschleunigen und insgesamt optimieren. Die PDV-Systeme GmbH mit Sitz in Erfurt hat sich auf die Entwicklung von Workflow-Standardprodukten spezialisiert und gehört zu den führenden DOMEA-zertifizierten Anbietern. Zudem integriert das Unternehmen klassische GIS-Anwendungen in Workflow-Lösungen. PDV-Geschäftsführer Wolfgang Schulz erkennt hier einen Entwicklungstrend.

 

KD

PDV-Systeme fokussiert mit ihrem Leistungsspektrum die Unterstützung von Vorgangsbearbeitung, Dokumentenmanagement und Archivierung. Wer zählt zu ihren Kunden?

 

Wolfgang Schulz

Die Standardapplikationen für eGovernment, die wir auf nativen Plattformen wie Oracle und Microsoft entwickeln, sind heute bei etwa 50 Anwendern in Bund, Ländern und Gemeinden im Einsatz, wie z.B. beim Bremer Senat, Thüringer Finanzministerium, imThüringer Landesverwaltungsamt und beim Bayerischen Staatsministerium für Landesentwicklung und Umweltfragen.   

 

KD

Zugleich haben Sie in Ihrem Produktportfolio Komponenten, mit denen sich Daten aus einem Geoinformationssystem in ein Dokumentenmanagement integrieren lassen. Welche Anwendungsfelder haben Sie damit im Visier?

 

Wolfgang Schulz

Geodaten spielen in der öffentlichen Verwaltung und somit im eGovernment eine wichtige Rolle. Zunehmend sind Investitionen in eine Workflow-Lösung abhängig von einer GIS-Anbindung und umgekehrt. Denn nachdem viel Geld und noch mehr Zeit in die Digitalisierung der Kartenschränke geflossen sind, gewinnt nun die Erkenntnis Raum, dass sich Nutzen und Mehrwert von Geodaten erst dann voll entfalten können, wenn sie als Teil einer Gesamtlösung in die Verwaltungsprozesse eingebunden sind. Dies gilt nicht nur für die öffentliche Verwaltung oder den Versorgungssektor. Neben diesen klassischen GIS- und Workflow-Anwendungsfeldern adressieren wir mittelfristig auch Banken, Versicherungen und privatwirtschaftliche Nutzer mit entsprechenden Produktentwicklungen.

 

KD            

Sie pflegen beim Thema Workflow Vertriebs- und Entwicklungspartnerschaften mit Oracle, Hewlett-Packard oder T-Systems, die auf PDV-Software bei ihren eGovernment-Projekten setzen. Wie werden sich diese Big Player denn beim Thema GIS verhalten?  

  

Wolfgang Schulz

Der GIS-Aspekt ist hier sicher noch stärker in der Wahrnehmung zu verankern. Aber wir sind zuversichtlich. Denn PDV-Systeme ist das einzige Unternehmen, das nach den DOMEA-Anforderungen zertifizierte Software für die Darstellung von Geodaten liefern kann. Unser Produkt GeoVIS basiert z.B. auf MapViewer und Spatial Cartridge von Oracle. Damit ist die Komponente auch in Oracle eGovernment- und eBusiness-Lösungen integrierbar. Unsere Standardprodukte sind für die Großen der Branche interessant und so wir haben eine wichtige Voraussetzung erfüllt, um auch beim Thema GIS in Verbindung mit Workflow strategische und starke Partnerschaften zu schließen.       

 

Herr Schulz, wir bedanken uns für das Gespräch.

 

 

Quelle: KOMMUNAL DIREKT November / Dezember 2004