IT-Dienstleister blue-on startet Geschäft in SachsenGeplante Splittung der Abwassergebühren öffnet der Leiziger Firma den Markt
Leipzig (DNN). Für den Leipziger IT-Dienstleister blue-on GmbH war am Freitag ein wichtiger Tag. Der Entwurf der so genannten Mustersatzung zum neuen Kommunalabgabengesetz wurde erstmals den sächsischen Kommunen präsentiert. Ab 2006 soll danach Abwasser in Schmutzwasser und Regenwasser aufgesplittet werden, was zu einer größeren Gebührengerechtigkeit führen soll. Bisher wird Abwasser lediglich anteilig auf den Frischwasserverbrauch des Grundstückseigners berechnet. blue-on betrachtet die Veröffentlichung als den Startschuss für lukrative Auftragsabschlüsse im Freistaat, da nun die Kommunen genaue Informationen haben, wie die Splittung künftig auszusehen hat. Seit 2001 entwickelt das Unternehmen ein Verfahren, dass für die Abwasserzweckverbände und Kommunen die Sickerflächen auf privaten Flächen fast quadratzentimetergenau ermittelt. Außerdem wird die Pflege und Verwaltung des gesammelten Datenmaterials den öffentlichen Einrichtungen als Dienstleistung angeboten. Hochauflösende Luftaufnahmen der Hansa Luftbild AG, mit der blue-on eine strategische Partnerschaft eingegangen ist, dienen dabei als wichtigste Quelle. Auf den Bildern lassen sich sehr einfach versiegelte Flächen ermitteln, heißt es aus dem Unternehmen. Diese werden dann aus den entsprechenden Grundstücksdaten herausgerechnet, so dass der Eigner am Ende nur für unversiegelten Boden Abwassergebühren zahlt. Dieses System sei bedeutend kostengünstiger und schneller zu realisieren als eine Besichtigung der einzelnen Grundstücke vor Ort.
„Der Gesetzgeber hat offen gelassen, welches Verfahren zur Trennung der Gebühren eingesetzt wird", sagt Geschäftsführer Andreas Werner gegenüber unserer Zeitung. Bei blue-on ist man aber überzeugt, dass das eigene den Konkurrenzprodukten überlegen ist. Trotzdem sind die Aufträge von rund 120 sächsischen Abwasserzweckverbänden und Kommunen hart umkämpft. Das Leipziger Unternehmen muss sich bei den Ausschreibungen und Angeboten gegen eine ganze Reihe Wettbewerber durchsetzen. In Bayern und Nordrhein-WestfaIen wird derzeit ebenfalls mit potenziellen Kunden verhandelt. In Thüringen und Hessen hat blue-on sein System dagegen bereits teilweise eingeführt. So konnte 2003 ein Umsatz von rund zwei Millionen Euro erwirtschaftet werden, berichtet der Geschäftsführer. Für das laufende Jahr strebe das junge Unternehmen einen ähnlichen Wert an und erstmals auch eine schwarze Null. 2005 ist laut Werner eine Umsatzsteigerung von 20 Prozent und ein Gewinn geplant. Zu dessen Höhe wollte er sich allerdings nicht äußern.
Da sich blue-on derzeit weitestgehend noch im Aufbau befindet, ist auch mit einem Wachstum der Belegschaft zu rechenen. Derzeit arbeiten 12 Ingeneure, Kaufleute und Informatiker bei der Tochter der Erfurter Unternehmensgruppe PDV-Systeme, 2005 sollen weitere vier bis fünf Mitarbeiter dazukommen. Der gesamte Konzern, der hauptsächlich Behörden und öffentliche Einrichtungen mit Informationssystemen ausstattet, beschäftigt rund 120 Leute. Thomas Stölzel
Internet: www.blue-on.de
Quelle: Dresdner Neueste Nachrichten, 15. September 2004 |

