Bearbeitung von Anträgen nach dem SGB IX und dem Landesblindengeldgesetz.André Reichenbächer Im Oktober 2006 wurden die alten Großrechnerprogramme zur Bearbeitung von Anträgen nach dem SGB IX und dem Sächsischen Landesblindengeldgesetz (LBlindG) durch ein neues Verfahren abgelöst. Das neue Programm entstand als Eigenprojektierung zusammen mit der PDVSysteme Erfurt GmbH. Durch die Kommunalisierung des Vollzugs des SGB IX/LBlindG wurde die Anwendung mittlerweile auf 13 Landkreise und Städte verteilt und arbeitet auch dort nach der Umstellung problemlos. Die Anwendung Basis der Anwendung ist VISkompakt 3.0 der Firma PDVSysteme Erfurt GmbH, welches alle Funktionalitäten der elektronischen Akte, der Posteingangs- und Postausgangsregistratur, des Scannens, des Dokumentenhandlings und der Benutzerverwaltung bereitstellt. Die Dialogmasken sowie Berechnungs- und Zahlungsmodule, eine interne Buchhaltung und Kostenerstattungsfunktionen wurden als separater Programmteil gesondert entwickelt. Vollelektronische Aktenführung Mit dem Programm wurde die vollelektronische Aktenführung eingeführt. Alle Posteingänge werden eingescannt und landen in der elektronischen Akte und gleichzeitig als Aufgaben auf den elektronischen „Schreibtischen“ der Mitarbeiter. Es werden alle Verfahren, die bei der Bearbeitung von Anträgen nach dem SGB IX oder Landesblindengesetz auftreten können, innerhalb der Fachanwendung abgebildet. Auch die Widerspruchs- und Klagebearbeitung erfolgt über die Anwendung. Die Erstellung von Dokumenten (Befundanforderungen, Bescheide, Ausweise, Bescheinigungen, Anfragen usw.) erfolgt durch eine Automation von Microsoft Word. Die Dokumente werden dann zur Nachbearbeitung sowie eventuellen Änderung in Microsoft Word angeboten und anschließend am Arbeitsplatz gedruckt. Den Mitarbeitern ist es möglich, innerhalb der elektronischen Akte mit der Oberfläche des VIS-Explorers zu blättern und alle Dokumente zu öffnen und am Bildschirm zu lesen. Abgesichert wird die Bearbeitung der Eingangspost über die elektronischen Aufgaben; auch der jeweilige Verfahrensstand wird über elektronische Aufgaben in den Aufgabenkörben der Mitarbeiter angezeigt. Aus dem Aufgabenkorb heraus sind verschiedene Arten der Bearbeitung und des Aufrufs der Akten möglich. Die wichtigsten Informationen zur Akte werden für den Bearbeiter in einem Aktenüberblick zusammengefasst. Aus diesem Aktenüberblick sind Aktionen der Bearbeitung, wie z.B. das Anlegen eines Verfahrens, Weiterleitung von Aufgaben, Bearbeiten von Stammdaten des Antragstellers, Erfassen von Gesprächsnotizen usw., jederzeit möglich. Partnerverwaltung, Kostenerstattung, Buchführung Die Anwendung verfügt über eine zentrale Partnerverwaltung, in der die Daten aller Partner im Verwaltungsverfahren (Antragsteller, Bevollmächtigte, Ärzte, Krankenhäuser, andere Behörden usw.) zentral vorgehalten und gepflegt werden. Über das Modul „Kostenerstattung“ können Abrechnungen von Befundkosten, Außengutachtern, Reisekosten und Kostenerstattungen im Vor- und Klageverfahren abgewickelt und über eine Schnittselle direkt an die Kassensysteme zur Zahlung angewiesen. Des Weiteren beinhaltet die Anwendung eine komplette Buchführung über geleistete Zahlungen, eine Mittelbewirtschaftung und Konfigurationsmöglichkeiten. Typischer Verfahrensablauf Jedes Verfahren ist in Bearbeitungsschritte gegliedert, deren Reihenfolge der Abarbeitung nicht zwingend ist, aber einen typischen Ablauf (Beispiel Antragsbearbeitung) vorgibt.
Verfahrensbetreuung und -weiterentwicklung Die Verfahrensbetreuung und -weiterentwicklung ist als zentrale Aufgabe dem Kommunalen Sozialverband Sachsen übertragen worden. Anfragen, Probleme und Fehlermeldungen der kommunalen Nutzergemeinschaft werden durch Telefon- und E-Mail-Hotlines abgewickelt. |
